Fellowsoph und Edi-Flaneur

„Je mehr Scheiße, desto mehr Blumen wachsen dazwischen“ | Interview mit Fellowsoph

///
25 mins read
Start

Titelbild: © Matthias Manquet

Fellowsoph und Edi Flaneur  haben mit ihrem Album Fahrräder und Drumracks eine charmante Hommage an Wien sowie eine Persiflage einer fragwürdigen „Time to be alive“ geschaffen. Im Interview erzählt uns Fellowsoph über dessen Entstehungsgeschichte und Entwicklungen in der (Underground) Hip-Hop-Szene.

Was sind Einflüsse für dich? Was inspiriert dich?

Die initialen Prägungen kommen bei mir sehr aus dem deutschsprachigen Rap. Von Sekte über K.I.Z über Cool Savas über Samy Deluxe. Ich entdecke erst in den letzten Jahren vieles, was Ami-Rap betrifft, so richtig für mich, was ganz cool is.
Aber heute würde ich, mit Distanz, sagen, Retrogott ist auf jeden Fall so ein Nimbus im deutschsprachigen Hip-Hop. Dann gibt’s aus meiner jetzigen Perspektive, eine immer größer werdende und sehr faszinierende Underground-Nische, vor allem in Deutschland. In Österreich ist es schwierig, davon zu leben, in Deutschland geht das mittlerweile auch mit dem Vinyl-Business irgendwie.

Gibt’s auch Musik außerhalb des Hip-Hop, die du viel hörst oder gehört hast?

Ich hab in der Jugend sehr viel Drum’n’Bass gehört und da sicher auch ein bisschen einen Rap-Zugang vertieft, weil ich auch MCen immer so cool gefunden hab und das auch selber gern gemacht hab. Generell hab ich einen sehr breit angelegten Musikgeschmack, wo die Wurzeln des Hip-Hop auf jeden Fall drunterfallen. Also viel Funk, Soul, Jazz, und das auch – würde ich sagen –  immer distinktiver mit den Jahren und immer mit einem zunehmend klareren Geschmack, wie das halt so ist, wenn man sich entwickelt und älter wird. Aber sonst auch Exkurse in den Pop, Indie, etc.. Ich glaube, die Offenheit macht es spannend und das is ja auch das Beeindruckendste am Hip-Hop, dass es irgendwie so genrelos ist und immer genreloser wird.

Die Tracks, die du machst, haben die Wiener Seele einverleibt. Was macht Wien für dich aus?

Ein sehr lustvolles Meckern auf hohem Niveau, eine – ich will das Wort fast nicht verwenden, aber – charmante Rückständigkeit vielleicht. Hoffentlich – auch wenn ich das Gefühl hab, dass das in diesem gouvermentalistischen, technokratischen Sprech nach und nach ein bisschen verloren geht – aber auch die Fähigkeit über sich selbst zu lachen und irgendwie über die Absurdität. Wien ist schon zu Recht das Zentrum dieser Bananenrepublik, auf jeden Fall.

© Matthias Manquet

Und woher kommen dann genau Inspirationen?

Ich glaub, also zumindest für die Platte und den vibe, den das transportiert, funktioniert diese Platte schon sehr gut um das Thema Radfahren. Ich bin das ganze Jahr, außer es gibt Schnürlregen, immer mit dem Fahrrad unterwegs, und die Stadt auf diese Art und Weise aufzunehmen, ist etwas, das sicher Einfluss nimmt. Einfach, wie sich die Stadt anfühlt mit dem Rad. Was sicher auch mit der Größe und relativen Flachheit zu tun hat, dieses „die Stadt erobern können“ und alles erreichen können und sehr independent sein. Im weitesten Sinne ist das irgendwie auch der Sound von Wien, den der Edi auf der Platte gemacht hat, also laid back und experimentell und sich viele Freiräume nehmend. Inspirationen nehme ich also aus vielem, aber es dreht sich viel ums Radfahren bei der Platte und es ist auch ein Album, das super zum Radfahren ist.

Wie würdest du die österreichische und Wiener Hip-Hop-Szene beschreiben, auch in Bezug auf den schon erwähnten Underground-Bereich, in dem du ja auch unterwegs bist?

Die österreichische Szene lässt sich absolut nicht auf die Wiener Szene beschränken. Gut, Linz war immer der Ankerpunkt, ist jetzt vielleicht nicht mehr so wichtig und dominant, wie es mal war. Graz ist unglaublich wichtig, da sind auch gute Homies von mir, zum Beispiel MDK und Fate. Fate hat auch grad eine EP rausgebracht. Wie würde ich die Szene beschreiben? Divers, Gott sei Dank. Im Kleinen bildet es irgendwie das ab, was im Hip-Hop allgemein passiert: eine Verbreiterung, immer größere Freiräume, in denen man sich als Hip-Hop bezeichnen und dazugehören darf. Ich würd schon sagen – ich merk das auch an mir selber in den letzten Jahren – es wird auf jeden Fall mehr gegönnt. Es wird mehr verstanden, dass da viele Dinge nebeneinander existieren dürfen und können, und dass das für alle irgendwie gut is, wenn da auch Leute Zugpferde sind und das ein bisschen pushen. Ich finde, die österreichische und auch die Wiener Hip-Hop-Szene entwickelt sich großartig. Das bedeutet auch, – das ist irgendwie so ein weltoffener Zugang, der sich auch auf andere Themen umlegen lässt – dass da ganz viel dabei sein darf, das ich katastrophal find, aber

so funktioniert Kultur und Subkultur: Je mehr Scheiße, desto mehr Blumen wachsen dazwischen.

Du hast gemeinsam mit Edi Flaneur ein sehr cooles neues Album rausgebracht! Was kannst du uns über die Entstehungsgeschichte erzählen?

Ich hab letzten Sommer eine EP rausgebracht, die klanglos einfach deponiert wurde auf Heiße Luft. Ich hatte da nicht mal eine Release-Party gemacht, weil ich irgendwie im luftleeren Raum gehangen bin und auch nicht die Motivation und Muße hatte. Mit dem Edi bin ich jetzt schon seit zwei Jahren am jamen und Musik machen. Die Initialzündung war, als ich letztes Jahr im Frühling in Indien war und er mir ein paar Beats geschickt hat. Ich habe begonnen, Texte zu schreiben und habe dazu dann auch Sprachaufnahmen gemacht und zurückgeschickt. Dann haben wir relativ euphorisch, mit mehreren tausend Kilometern Distanz, entschieden, hey, mach ma doch ein Album. Wir waren über den Sommer zwei Wochen in der Steiermark in einer Hütte mit dem ganzen Equipment und haben über die Hälfte des Albums dort gemacht. Fertig arrangiert und über den Herbst aufgenommen haben wir bei ihm im Homestudio. Das dauerte ein bisschen mehr als ein Jahr, ein recht intensiver Prozess eigentlich.

Die Beats auf dem Album haben einen homogenen, eigenen Stil. Du hast gesagt, dass der Charakter von Wien darin eingefangen ist. Man erkennt viele Einflüsse aus Funk/Soul, aber auch Jazz – ihr habt auch einen bekannten Standard, „Almost like falling in love“, gesampled für einen Track. Wie entstehen die Beats?

Wenn ich es ganz kurz erklären soll, sag ich meistens, dass es eher 80er als 90er Hip-Hop ist. Die Drums, die nicht so unbedingt voll in die Fresse gehen müssen und wo nicht alles so kalt und druckvoll sein muss. Der musikalische Zugang vom Edi ist auf jeden Fall seine Liebe zum Oldschool-Hip-Hop. Aber auch – sein Vater ist Jazzer – Jazz, Funk, Soul, all das ist ganz tief in ihm drinnen. Er liebt auch House und Techno, aber da kommen ja auch viele Elemente aus dieser, im weitesten Sinne, Black Culture oder Black Music aus Amerika. Für mich ist es ganz schön, weil ich mich genremäßig nicht festgelegt hab und ich auch mit jeder EP ein bisschen was anderes gemacht hab. Für mich war das jetzt eine Herausforderung und eine Einladung, erstmal überhaupt ein Album zu machen und zu sagen, wir sind ein Duo. Dann hat das einerseits einen Faden und ist andererseits nicht mehr so ein Stückwerk. Auch textlich ist es anders, ich spreche dann für zwei Leute. Das ist nicht mehr so im luftleeren Raum, sondern irgendwie ein gemeinsamer Arbeitsprozess mit unglaublich viel Feedback-Schleifen, Diskussionen und auch deutlich mehr Arbeit als die Projekte davor.

Habt ihr auch eingespielte Parts oder arbeitet ihr ausschließlich mit Samples?

Nein, es gibt auch eingespieltes Zeug. Edi hat sich da auch alle Freiheiten, die der Hip-Hop bietet, genommen. Es sind eingespielte Sequenzen, die dann gesampled und dann geresampled sind. Das ist auf jeden Fall ein wildes Potpourri. Wir haben wirklich geschaut, dass wir nichts clearen müssen, oder dass das alles fremd genug ist, um selbst im theoretischen Fall keine Probleme zu kriegen. Obwohl das natürlich schon stärker Edis Metier ist. Weil er ein unglaublicher Perfektionist und Nicht-Abschließer ist, habe ich oft gesagt: „Jetzt is Schluss. An dem Beat wird nicht mehr weitergearbeitet, der ist jetzt fertig.“ Wir haben uns da gut ergänzt: er als der total kreative Kopf und ich als starker Pragmatiker. Es gibt keinen unüberlegten Track. Ich glaube, das merkt man dann auch beim Hören. Es gibt überall irgendwie witzige Dinge zu entdecken und da sind überall mehr oder weniger gute Überlegungen hinter den Dingen, die da zwischen den Tracks passieren und in den Ad-libs und so. Irgendwann ist es fertig und du hörst es auf Platte und denkst: Wow, das ist verdammt nice geworden! Also oft durchdacht? Ja. Viel behirnt? Ja. Aber trotzdem: Die Sachen entstehen dann random und das ist auch, was so einer Hip-Hop-Platte guttut: dass es nicht so verkopft ist, oder zumindest dann nicht so verkopft klingt.

Willst du sonst noch was zu dem Album erzählen?

Ich hab letztens von einem Studienkollegen die Anmerkung bekommen, dass das Album für meine Verhältnisse eigentlich ziemlich unpolitisch geworden ist. Also, die gesellschaftlichen Anklänge sind auf jeden Fall da, aber ich hab gemerkt, wie sich die Verantwortung auswirkt, für ein Duo zu schreiben. Ich glaube auf jeden Fall, da wird wieder politischeres Zeug kommen. Wir haben uns eine wahnsinnig schöne Möglichkeit geschaffen, er als Produzent und DJ und ich als Rapper und Schreiber, ein total unterschiedliches Level nochmal bedienen zu können. Das genieße ich als einen großen Freiraum, auch zu wissen, ich kann jetzt auch wieder ein Fellowsoph Ding machen und mir da wieder Freiräume nehmen, die zum Beispiel bei dem Projekt nicht da waren.

Denkst du, es ist wichtig, dass Hip-Hop politisch sein soll?

Kunst und Kultur sind immer politisch und unpolitisch sein ist auch politisch sein. Dementsprechend würd ich sagen, dass ich eine ganz klare Vorstellung davon habe, was ich in meiner Musik sagen will und was nicht. Wie man was sagt und worüber man spricht, ist schon politisch. Aber explizit politisch zu sein, ist etwas, das ich wichtig und gut finde, wenn Künstler das auf eine gelungene Art und Weise machen. Da hab ich aber gleichzeitig auch den musikalischen Zugang zu sagen – ich weiß nicht, wer das gesagt hat, ist aber ein leiwandes Zitat für mich gewesen – „Ich höre lieber unpolitischen guten Rap als politischen schlechten“. Ästhetik geht einfach vor Inhalt. Ich kann zum Beispiel auch mit instrumentalisiert-politischem Rap nichts anfangen. Also, find ich cool, wenn Leute das machen und sich dann als Flaggschiff der Antifa darstellen oder diese Rolle gerne übernehmen, aber das bin ich halt nicht. Ich bin nicht das Sprachrohr einer Organisation, sondern ich bin halt ich als Künstlerpersönlichkeit und hab meine Meinungen, aber ich muss keine Fahnen schwingen. Dementsprechend: politische Mucke, ja gerne mehr, aber wenns geil is und nicht nur zum Zweck der Aussage.

Unterscheidet sich Hip-Hop da von anderen Genres?

Unter Umständen, ja. Ich glaube, es ist wichtig, das Erbe mitzureflektieren. Auch gerade jetzt im Kontext der ganzen Black Lives Matter Debatte und dem beeindruckenden Widerstand auch aus der Hip-Hop-Szene in den USA. Einfach das Bewusstsein als weißer Mensch in Europa, in einer superguten und behüteten Situation Kapital schlagen zu dürfen aus Schwarzer Kultur und Kunst und auch das Empowerment mitzureflektieren, ohne dass ich sag, jeder muss jetzt politisch sein. Aber das Bewusstsein zu haben, ist super wichtig.

Hip-Hop ist einfach eine persönlichere und direktere Art der Kommunikation, egal ob politisch oder nicht.

Du hast auch einfach mehr Wörter zur Verfügung, also insofern hat es vielen anderen Genres schon was voraus in der Aussagekraft und in der Intensität, in der Statements getroffen werden.

Ich find es wichtig, dass es Künstler gibt, die sagen: „Nazis sind scheiße.“ Aber es ist für mich keine wahnsinnig mutige oder aufregende Aussage in einem Song. Also, ich bin mir halt meines Publikums bewusst. Ich weiß, dass ich keine FPÖ-Sympathisanten bekehren werde und dann find ich es eigentlich eine relativ bequeme und opportune Situation zu sagen: „Hey, wir sind alle links und jetzt nehmen wir uns an den Händen und dann gemeinsam gegen die Rechten“.  Das ist halt, um es ein bisschen zu überspitzen, auch ulkig. Ich brauch einfach nicht aufwärmen, dass es dumm ist, Menschen für ihre äußeren Merkmale zu verachten. Also, das ist natürlich eine mega wichtige Botschaft, aber wem soll ich das erzählen.

Du sagst, dass du recht gut einschätzen kannst, wie deine Zielgruppe so drauf ist. Aber die Hip-Hop-Szene als großes Ganzes ist ja wahnsinnig divers, da gibt es alles von – bis im Spektrum, was man sich so vorstellen kann. Denkst du, dass sich das auch gegenseitig beeinflussen kann?

Ja, dass da Sachen überschwappen, sicher und dass auch produktiver Austausch stattfindet, ja. „Von – bis“ find ich ganz spannend, weil ja politische Einstellungen auch Kontinuen sind und immer auf gewissen Achsen funktionieren. Das ist auch ein gesellschaftliches Phänomen, aber du kannst von liberal bis progressiv eine Achse aufmachen und sagen, den einen ist alles wurscht und freie Gesellschaft und so, und andere sind da sehr aktiv für Umverteilung und stellen ganz viel in Frage: staatliche Gewalt, Patriachat, etc. Aber dieses Kontinuum nach rechts aufzumachen, funktioniert halt nicht. Ich find dieses Konzept von Toleranz und „keine Toleranz gegenüber Intoleranz“ sowas Schwieriges, weil das dann etwas Exklusives wird. Das ist kein nahtloser Übergang.

Wenn du Menschen für ihre Meinungen verachtest, ist das halt was radikal anderes, als wenn du Menschen für ihr Sein verachtest.

Die Abgrenzung nach ganz rechts ist mir wichtig. Zu sagen: Wir wollen keinen Austausch! Und dann auch nicht in ein Geschwafel von Meinungspluralismus und Wurschtigkeit zu verfallen und zu sagen: Also es muss doch auch Platz für rechten Hip-Hop sein. Nein! Bullshit! Es muss absolut kein Platz für irgendjemanden sein, der in irgendeiner Art und Weise menschenverachtend ist. Das hat auch, um nochmal auf die Wurzeln zurückzukommen, absolut nichts verloren in diesem Genre. Dem muss man finde ich ganz aktiv entgegentreten und sagen: Das ist nicht unsere Szene!

Könntest du dir vorstellen, dass Leute, die auf deine Musik aus einem rein ästhetischen Standpunkt stehen, die aber für die Inhalte nicht zugänglich sind, auf diese Weise abgeholt werden könnten oder ihnen neue Sichtweisen gezeigt werden könnten?

Ein Stück weit sicher. Man merkt auch, dass neben den ganzen expliziten Sprachrohren und Kommunikatoren, die diese Message nach außen vertreten, ganz viel implizit ist. Ich hab auf der letzten EP auch wörtlich gegen Sexismus Stellung bezogen und bin auch nach wie vor stolz, dass ich, als Freestyle-Rapper, auf Mutterwitze und Freundinnen-Lines verzichtet habe. Wenn man mein Album durchhört und man merkt: Oh, da ist einfach nichts Frauenverachtendes drin und da ist, zwar keine explizit antikapitalistische Haltung, aber einfach keine Verherrlichung von Statussymbolen. Dann bin ich da auch in einem impliziten Rahmen ein Baustein und schärfe das Bewusstsein. Die Feindbilder müssen keine Reproduktion sein von eh schon oft gebattleten Gruppen. Eine stringente Positionierung haben, ist auch das, was dann irgendwie eine Künstlerpersönlichkeit ausmacht und was dann mehr ist, als ein Image.

Denkst du, dass das Bild, das viele von Hip-Hop haben, auch aufgrund dessen, was im Mainstream konsumiert wird, der Hip-Hop-Szene als solche schadet? Wären vielleicht manche Leute offener, Hip-Hop für sich zu entdecken, wenn es nicht dieses undifferenzierte Image hätte, dass es frauenverachtend, homophob, etc. ist?

Ja, wäre schön, wenn das nicht so ein dominantes Bild wäre. Eine unglaublich konservative Medienlandschaft in Österreich und eine wahnsinnige Sensationsgeilheit machen dann daraus: Hip-Hop ist gleich Raf Camora ist gleich Gewaltverherrlichung.
Da darf man sich auch kritisch bei dem Haufen an Musikjournalisten, die in Österreich für die populären Printmedien schreiben, fragen: Wär’s nicht besser, dann vielleicht einfach gar nicht über Hip-Hop zu schreiben? Wenn man sich eigentlich einfach nicht auskennt damit.

An der Oberfläche ist meistens der Skandal und das Platte. Man muss halt tiefer schürfen. Das ist irgendwie die Verantwortung des Musikhörenden, sich da selber ein Bild zu machen. Gleichzeitig ist Hip-Hop aber auch Gesellschaft. Und Hip-Hop ist auch homophob und maskulinistisch [weil unsere Gesellschaft auch so ist]. Ich fand das auch während der Entstehungsphase des Albums immer wieder tricky, weil’s mir zwischendurch sehr schlecht ging und ich echt damit gestruggled habe, was ich schreiben soll. Wenn du einfach keinen Twist findest, in dem du überzeugt sein kannst von dir selbst, dann hast du sofort das Gefühl, es ist total schwierig Hip-Hop zu machen. Es ist dann entweder weinerlich, oder du brauchst gar nichts mehr schreiben. Und weinerlich willst du auch nicht sein, also musst du zumindest diese selbstironische Edge haben, damit das funktioniert, das Selbstkritische. Das ist schon auch Teil des Genres. Darüber kann man auch diskutieren.

Gerade im Moment ist es ja leider besonders schwierig für Kunstschaffende, aufgrund von Corona. Denkst du, dass das die Szene beeinflusst?

Ja, das sicher. Also in meinem konkreteren Umfeld ist jetzt, sag ich mal, der akute finanzielle Impact überschaubar, weil die wenigsten Leute eingleisig fahren. Für mich ist es auch eine Entlastung gewesen, zu wissen, man hängt da jetzt nicht komplett in der Luft und ist dann auch nicht abhängig von miserabel funktionierenden Hilfspaketen, um kurz eine politische Note reinzubringen. Das ist natürlich ein Luxus. Generell ist studieren zu dürfen für mich ein wahnsinniges Privileg. Ich glaub, dass es tatsächlich, auf eine gewisse Art und Weise, recht belebend gewirkt hat, weil der Hunger jetzt wieder da ist. Klar, es sind Shows entfallen, das ist super zach. Und der ganze Kulturbetrieb und vor allem die Veranstalter sind wirklich betroffen, da mach ich mir schon Sorgen. Aber weil die finanzielle Abhängigkeit von Konzerten bei den Wenigsten gegeben ist, sind da jetzt wieder Räume entstanden, vielleicht auch kreative Räume.

Wie kann man dich/euch am besten unterstützen?

Am Allerbesten ist, vor allem wenn man in Wien wohnt, das Album direkt bei uns auf facebook und Instagram zu bestellen und es dann persönlich von mir per Radzustellung geliefert zu bekommen. Und auch sonst kann man es über Löwenherz online bestellen und kriegt es per Post zugeschickt. Und, ja gut, streamen, davon wird niemand reich. Also im Idealfall Vinyl kaufen.

Danke für das spannende Interview!

Musikstudium (Gitarre) und Musikproduktion.
Band-member of Full Of Thoughts.
Teilzeit Physikstudent.
Teilzeit politisch aktiv.
Nie wirklich Zeit für die Teilzeit-Aktivitäten...

Musikstudium (Gitarre) und Musikproduktion.
Band-member of Full Of Thoughts.
Teilzeit Physikstudent.
Teilzeit politisch aktiv.
Nie wirklich Zeit für die Teilzeit-Aktivitäten...

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Previous Story

Quarantäne im Container

Next Story

Astro Spezial - SpaceX und der Weg ins All

Latest from INTERVIEW