Mensch geht eine Straße entlang

VorLaut #18 – Solidarität mit Kulturschaffenden

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Weil es jede Woche etwas gibt, das nach dem kleinen bisschen Meinung verlangt. Weil wir finden, dass frech und vorlaut immer besser ist als zahm und gefügig. Deshalb gibt unser stellvertretender Chefredakteur Max Bell kurz vorm Wochenende seinen Senf dazu. Er mischt sich ein, überall und immer. Damit wir wissen, was war, was ist und welche Themen ruhig noch ein bisschen (vor)lauter sein dürfen. Diese Woche: Wie der Coronavirus die prekäre Lage von Kulturschaffenden aufzeigt – und verschlimmert. 

Wir Künstler*innen haben ein immenses Privileg. Wir leben von unserer größten Leidenschaft. Die Coronakrise zeigt aber eindrucksvoll die Schattenseite dieser Arbeitsrealität. Touren werden abgesagt, Häuser geschlossen und sogar kleine Veranstalter sagen reihenweise ab. Ob Jazz-Schlagzeuger, Kabarettistin oder Kostümbildner, viele Kulturschaffende leben von Engagement zu Engagement. Das bedeutet, dass sie im Fall eines Totalausfalls plötzlich vor dem Nichts stehen. 

Die Absagen sind natürlich trotz alledem eine notwendige Maßnahme, um Leben zu retten. Unsere Solidarität sollte aber auch jenen gelten, die durch die Absagen über die Grenze des Prekariats in die Armut gestoßen werden. Unterstützt Kleinkunstbühnen, Kulturvereine und womöglich auch Künstler*innen selbst. Es geht schließlich nicht nur darum, ob es diesen Menschen jetzt schlecht geht, sondern auch darum, ob sie in Zukunft weiter Kultur schaffen können, die uns allen dann sicher abgehen würde.

Diese Möglichkeiten haben Künstler*innen:

Wir Künstler*innen müssen jetzt noch kreativer werden. Digitale Medien machen es möglich. Streamt auf Twitch und YouTube, eröffnet Patreon Konten und bittet um Unterstützung. Tragt eure Kunst, wenn schon nicht in die reale, zumindest in die digitale Welt. Gerade in Krisenzeiten ist Kultur eine gute Möglichkeit, um uns alle vor der psychischen Überlastung zu bewahren. Und wenn es wirklich schlimm wird, kontaktiert euren Sozialversicherungsträger oder einen der verschiedenen Fonds für Künstler*innen in Notlagen (Link unten). 

Gemeinsam stehen wir das durch. Wer weiß, vielleicht erlebt der Kulturbetrieb jetzt endlich die Wertschätzung, die er verdient. Oft muss man erleben wie sehr einem etwas fehlt, um es wirklich lieben zu lernen.

Das Wolfgang Magazin möchte ausdrücklich seine Solidarität mit Kunstschaffenden bekunden und bemüht sich um aktuelle Berichterstattung zum Thema! 


Weitere Informationen

KSVF: Künstler*innen in der Krise können sich hier über Beihilfen informieren

Die IG Freie Theater hat einen Newsblog mit Informationen und FAQ für Künstler*innen erstellt, der aktuell gehalten wird. 

Auch die IG Kultur hat ein FAQ zu den Veranstaltungseinschränkungen. 

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